Museen und Street Art an der Costa Blanca: was du wissen musst, vom MACA bis Sempere
An der Costa Blanca spielt sich Kunst zuerst im Museum ab, nicht auf der Straße. Alicante stützt sich auf zwei solide, sich ergänzende Häuser, die beide eher einem einzigen ortsansässigen Maler zu verdanken sind als einem großen öffentlichen Plan: das MACA, gewidmet der Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwartskunst, und das MUBAG, mit Schwerpunkt auf der alten Malerei aus Alicante. Bei der Street-Art-Szene lohnt sich Ehrlichkeit: Es gibt sie, aber sie ist noch jung, getragen von privaten oder vereinsgebundenen Einzelinitiativen, ohne eigenes Kunst-Viertel oder großes Straßenkunstfestival, wie man es aus anderen Städten kennt. Hier findest du dich zurecht.
Wer ist der große Maler der Costa Blanca?
Die wichtigste Figur ist Eusebio Sempere, geboren am 3. April 1923 in Onil, Provinz Alicante, gestorben am 10. April 1985. Ausgebildet an der Kunstakademie San Carlos in Valencia, verbrachte er von 1948 bis 1960 eine lange Zeit in Paris, wo er sich der kinetischen Kunst zuwandte, und schloss sich nach seiner Rückkehr der zweiten Phase der Künstlergruppe Parpalló an. Seine Anerkennung gipfelte 1983 im Príncipe de Asturias-Preis für Kunst. Er, mehr als jeder andere, verkörpert die Malerei aus Alicante im 20. Jahrhundert: Wenn du dir nur einen Namen merken willst, dann diesen. Und seine Rolle endet nicht bei seinem Werk, wie du gleich sehen wirst: Er war es auch, der das erste Museum für zeitgenössische Kunst der Stadt ins Rollen brachte.
Warum gibt es das MACA dank eines Künstlers?
Weil das Museo de Arte Contemporáneo de Alicante nicht aus einem institutionellen Auftrag entstand, sondern aus einer Schenkung. Zwischen 1976 und 1978 sammelte und schenkte Eusebio Sempere seiner Stadt den ersten Bestand an Werken des 20. Jahrhunderts, der zur Gründung des Museums führte. Das MACA wurde am 5. November 1977 in der Casa de la Asegurada eröffnet, einem barocken Bürgerbau von 1685 (einem ehemaligen Getreidespeicher), gegenüber der Kirche Santa María, mitten in der Altstadt. Das ist ein grundlegender Unterschied zu einem klassischen öffentlichen Museum: Am Anfang steht hier der Blick eines lokalen Künstlers, nicht ein Verwaltungsbeschluss, ein Muster, das man auch von kleineren Regionalmuseen im deutschsprachigen Raum kennt, die ihre Sammlung ebenfalls einer einzelnen Künstlerschenkung verdanken. Nach einer Renovierung unter der Leitung der Architektin Sol Madridejos öffnete das Museum im März 2011 wieder.
Die Sammlung kann sich sehen lassen. Der Bestand „Kunst des 20. Jahrhunderts” umfasst 177 Werke von 114 Künstlerinnen und Künstlern, mit Namen wie Picasso, Miró, Dalí, Juan Gris, Kandinsky oder Julio González. Hinzu kommen die Sammlung Eusebio Sempere mit 513 Stücken (der vollständigste öffentliche Bestand seines Werks) und der Nachlass von Juana Francés, Künstlerin der Gruppe El Paso, gestorben 1990, mit 134 Werken. Seit 1998 zeigt das Museum drei wechselnde Dauerausstellungen rund um Geometrie, Abstraktion und Figuration.
Was ist das MUBAG, und was gibt es dort zu sehen?
Das Museo de Bellas Artes Gravina, eröffnet 2001, ist die zweite Säule, ausgerichtet auf die alte Malerei. Es befindet sich im Palacio del Conde de Lumiares, einem zwischen 1748 und 1808 errichteten und unter Denkmalschutz stehenden Palast. Es bewahrt Malerei und Skulptur aus Alicante vom 16. bis zum frühen 20. Jahrhundert, gestützt auf den Bestand der Diputación de Alicante mit mehr als 3.000 Stücken. Dort begegnest du Joaquín Agrasot, Emilio Sala, Antonio Gisbert oder auch Emilio Varela.
Das Museum hält außerdem eine schöne Überraschung bereit: einen Sorolla-Saal, gespeist durch Leihgaben des Museo del Prado und des Museo Sorolla in Madrid, seit 2012 dauerhaft geöffnet mit mehr als 60 Werken. 2024 erhielt das MUBAG zudem eine Familienschenkung von 115 Werken von Lorenzo Aguirre. Die Tabelle unten gibt dir den Überblick über beide Museen auf einen Blick.
| Museum | Schwerpunkt | Gebäude |
|---|---|---|
| MACA | Kunst des 20. Jahrhunderts und Gegenwart (Picasso, Miró, Dalí, Sempere) | Casa de la Asegurada, ziviler Barockbau von 1685 |
| MUBAG | Alte Malerei aus Alicante (16. bis frühes 20. Jh.) und Sorolla-Saal | Palacio del Conde de Lumiares, 1748 bis 1808 |
Gibt es wirklich eine Street-Art-Szene in Alicante?
Ja, aber bleiben wir ehrlich: Sie ist im Entstehen, nicht üppig. Es gibt hier kein Viertel, das vollständig der urbanen Kunst gewidmet ist, und auch kein großes, etabliertes Straßenkunstfestival vom Format anderer spanischer Städte. Die kollaborative Plattform Street Art Cities verzeichnet rund zwanzig katalogisierte Werke in der Stadt Alicante, verteilt auf mehrere Viertel, darunter Juan XXIII, mit Namen wie Doble13, Felix Gordero, Hunter87, Salvador Gómez, Aguabella oder Manuel Galdón. Achtung: Das ist eine von Beitragenden gespeiste Datenbank, kein offizielles Verzeichnis der Stadtverwaltung. Die Zahl gibt dir eine Größenordnung, keine erschöpfende Zählung.
Anders gesagt: Komm nicht nach Alicante in der Erwartung eines Freiluftmuseums. Komm für die guten Museen, und betrachte bemalte Wände als Bonus, den du auf deinen Spaziergängen entdecken kannst.
Was ist der Wettbewerb „El Alma del Muro”?
Das ist das perfekte Beispiel dafür, wie urbane Kunst in Alicante heute aussieht: eine private, zeitlich begrenzte Initiative, keine städtische Politik. Der Wettbewerb wird von einem Restaurant in Alicante, dem Tribeca, für 2025/2026 organisiert. Die Bewerbungsphase startete am 16. Oktober 2025, das Live-Malen der Finalisten ist für den 18. und 19. Mai 2026 angesetzt, das Ergebnis soll am 29. Juni 2026 feststehen. Fünf Finalistinnen und Finalisten sind im Rennen: Iñigo Lanz, Javier SEUS, Alberto Durante, Felisa Padilla und Johnier Tattoo. Zwei Werke werden nach einer Publikumsabstimmung dauerhaft bleiben. Eine schöne Initiative, aber denk daran: Sie wird von einem privaten Betrieb getragen, nicht von einem städtischen Festival.
- 16. Oktober 2025: Start der Bewerbungsphase.
- 18. und 19. Mai 2026: Live-Malen der Finalisten.
- 29. Juni 2026: Bekanntgabe des Ergebnisses.
- Finalisten: Iñigo Lanz, Javier SEUS, Alberto Durante, Felisa Padilla, Johnier Tattoo.
- Am Ende winken: zwei dauerhafte Wandbilder, gewählt per Publikumsabstimmung.
Wie planst du deinen Kunstausflug an der Costa Blanca?
Am einfachsten konzentrierst du dich auf die Altstadt von Alicante, wo MACA und MUBAG nah beieinanderliegen. Beginne mit dem MACA für das 20. Jahrhundert und den Gründungsakt von Sempere, gehe weiter zum MUBAG, um bis zum Sorolla-Saal in der Zeit zurückzureisen, und lass deinen Blick anschließend über die Fassaden in Vierteln wie Juan XXIII schweifen, wenn du auf die Jagd nach bemalten Wänden gehen willst. Für den Rest des Tages lohnt sich auch ein Abstecher zu Vintage- und Secondhand-Märkten, zu Sterne-Restaurants der Region oder zu Ausflugszielen abseits von Alicante, allesamt eigene Themen für weitere Ausflüge.
Das Wichtigste in Kürze
- Der große Maler: Eusebio Sempere (Onil, 1923 bis 1985), kinetische Kunst, Príncipe de Asturias-Preis 1983.
- Das Museum für Gegenwartskunst: das MACA, entstanden aus einer Schenkung Semperes, eröffnet 1977, mit Picasso, Miró, Dalí, Kandinsky.
- Das Museum für alte Malerei: das MUBAG, eröffnet 2001, Malerei aus Alicante vom 16. bis 20. Jahrhundert und Sorolla-Saal.
- Die Street-Art-Szene: im Entstehen, rund zwanzig kollaborativ erfasste Werke, kein eigenes Kunst-Viertel und kein großes, etabliertes Straßenkunstfestival.
- Im Blick behalten: der private Wettbewerb „El Alma del Muro”, Live-Malen am 18. und 19. Mai 2026.
Häufige Fragen zu Kunst und Street Art an der Costa Blanca
Welche Kunstmuseen sollte man in Alicante sehen?
Vor allem zwei: das MACA (Museo de Arte Contemporáneo de Alicante) für Kunst des 20. Jahrhunderts und Gegenwart, und das MUBAG (Museo de Bellas Artes Gravina) für alte Malerei aus Alicante und einen Sorolla-Saal. Beide liegen in der Altstadt, in kurzer Entfernung zueinander.
Wer war Eusebio Sempere?
Der bedeutendste Maler aus Alicante im 20. Jahrhundert, geboren 1923 in Onil, gestorben 1985, Spezialist für kinetische Kunst und Träger des Príncipe de Asturias-Preises für Kunst 1983. Seine Schenkung zwischen 1976 und 1978 begründete das MACA.
Kann man an der Costa Blanca Werke von Sorolla sehen?
Ja. Das MUBAG zeigt seit 2012 einen Sorolla-Saal mit mehr als 60 Werken, als Leihgaben des Museo del Prado und des Museo Sorolla in Madrid.
Gibt es ein Street-Art-Festival an der Costa Blanca?
Bislang kein großes, etabliertes Straßenkunstfestival, anders als in manchen anderen spanischen Regionen. Die urbane Kunstszene in Alicante ist noch jung und stützt sich vor allem auf private oder vereinsgebundene Einzelinitiativen, wie den von einem Restaurant der Stadt ins Leben gerufenen Wettbewerb „El Alma del Muro”.
Quellen
- Wikipedia (ES) und alicante.es, Stadtverwaltung Alicante (MACA, Casa de la Asegurada, Sammlungen)
- Wikipedia (ES) und Consorci de Museus de la Comunitat Valenciana (MUBAG, Sorolla-Saal, Schenkung Lorenzo Aguirre)
- Museo Reina Sofía, Museo del Prado und Fundación Princesa de Asturias (Eusebio Sempere)
- Street Art Cities, kollaborative Datenbank (erfasste Werke in Alicante)
- Ankündigungen des Wettbewerbs „El Alma del Muro”, Restaurant Tribeca (Zeitplan und Finalisten)
Stand: August 2026. The Daily Costa Blanca ist eine KI-gestützte Publikation mit menschlicher Redaktion, die die volle redaktionelle Verantwortung übernimmt.
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