Leitungswasser an der Costa Blanca: Kalk, Entsalzung und Haut
Wahrscheinlich sind dir bei der Ankunft an der Costa Blanca zwei Dinge aufgefallen: Das Leitungswasser hat einen ausgeprägten Geschmack, und weiße Ablagerungen bilden sich schnell an Armaturen, Wasserkocher und Gläsern. Daher die Frage, die sich fast alle Neuankömmlinge stellen: Kann man es trinken, und ist es schlecht für die Gesundheit oder die Haut? Hier die Fakten.
Zuerst: Ist es trinkbar? Ja.
Das Leitungswasser der Costa Blanca ist trinkbar und wird kontrolliert. In Alicante wird es von Aguas de Alicante verteilt, das einen strengen Analyseplan anwendet: Chlor, Nitrate und Schwermetalle bleiben innerhalb der europäischen und WHO-Grenzwerte. Es besteht also kein gesundheitliches Risiko beim Trinken.
Woher kommt das Wasser, und warum so viel Kalk?
Hier erzählt die Costa Blanca eine andere Geschichte als der Rest Spaniens. Der Südosten ist eine trockene Region: Das Wasser kommt nicht aus einem großen Fluss in der Nähe. Der Großteil kommt über den Canal de Alicante der Mancomunidad de los Canales del Taibilla, der Wasser aus dem Einzugsgebiet des Taibilla und des Segura heranführt. Und vor allem: Ein wachsender Anteil kommt aus dem Meer. Die Entsalzungsanlagen von Alicante (Alicante I und Alicante II) produzieren täglich zehntausende Kubikmeter Trinkwasser, die ins Netz eingespeist werden. Am anderen Ende der Küste versorgt die Entsalzungsanlage von Torrevieja, eine der größten Europas, ebenfalls den Süden der Provinz. Entsalztes Wasser wird vor der Verteilung remineralisiert. An der Costa Blanca zu leben bedeutet also oft, teilweise entsalztes Meerwasser zu trinken, eine sehr lokale Besonderheit.
Geschmack und Kalk kommen von der Wasserhärte. Die kalkhaltigen Böden der Levante-Region reichern das Wasser mit Mineralien an, vor allem mit Calcium und Magnesium: Das Wasser der Küste zählt zu den härtesten Spaniens. Dazu kommt das Chlor zur Desinfektion, das Geschmack und Geruch prägt. Das Ergebnis variiert sogar von Gemeinde zu Gemeinde, je nach Mischungsanteil von Taibilla-Wasser und entsalztem Wasser. Es handelt sich also nicht um einen Qualitätsmangel, sondern um eine lokale mineralische Signatur. Viele Bewohner filtern das Wasser deshalb oder steigen auf Flaschenwasser um, meist aus geschmacklichen Gründen.
Gesundheit: Was die Wasserhärte ändert, und was nicht
Sehr mineralhaltiges Wasser ist beim Trinken keineswegs gefährlich: Calcium und Magnesium zählen sogar als bescheidener Nährstoffbeitrag. Der Kalk, der den Wasserkocher weiß färbt, ist eine Frage der Haushaltspflege, keine medizinische. Chlor und Nitrate bleiben laut Analysen unter den gesetzlichen Grenzwerten. Wenn dich der Geschmack stört, helfen zwei einfache Mittel: die Filterkanne (oder ein Kohlefilter am Wasserhahn) und die Kühlung im Kühlschrank, denn ruhendes, gekühltes Wasser verliert einen Großteil seines Chlorgeruchs.
Die Haut: das eigentliche Thema zum Beobachten
Bei der Haut rät die Wissenschaft zu mehr Aufmerksamkeit als beim Trinken. Umfangreiche epidemiologische Studien mit hunderttausenden Teilnehmenden beobachten einen statistischen Zusammenhang zwischen hartem Wasser und atopischem Ekzem, besonders bei Kleinkindern. Wichtig ist das Wort "Zusammenhang", nicht "Ursache": Hartes Wasser löst nicht bei jedem ein Ekzem aus. Bei veranlagten Personen kann es aber dessen Auftreten begünstigen und bestehende Schübe verstärken.
Die von Forschenden vorgeschlagenen Erklärungen: Die Mineralien reagieren mit Seife und hinterlassen auf der Haut einen schwer abspülbaren Film, sie verschieben den Haut-pH-Wert nach oben und schwächen die Schutzbarriere der Haut. Menschen mit bestimmten Varianten des Filaggrin-Gens, einem Schlüsselakteur dieser Barriere, sind besonders empfindlich dafür. Für erwachsene Haut ohne besondere Veranlagung bleibt das meist eine Komfortfrage: Spannungsgefühl nach der Dusche, sprödere Haare. Für atopische Haut, besonders bei Babys, lohnt sich eine angepasste Pflegeroutine.
Was wirklich hilft
- Kurz und lauwarm duschen: Langes heißes Wasser greift die Hautbarriere an.
- Syndet statt Seife (mildes Reinigungsmittel mit hautneutralem pH-Wert), sparsam dosiert, gut abgespült: weniger Produkt, weniger Rückstände.
- Nach dem Duschen die Haut abtupfen, nicht reiben, und direkt danach ein Emollient auftragen, solange sie noch leicht feucht ist.
- Auch bei Wasch- und Reinigungsmitteln sparsamer dosieren, deren Rückstände mit hartem Wasser zunehmen.
Duschfilter und Enthärtungsanlagen können den Alltagskomfort verbessern. Ehrlichkeit gehört dazu: Keine klinische Studie hat bisher belegt, dass eine Enthärtungsanlage die Schwere eines bereits bestehenden Ekzems verringert, auch wenn manche Familien von einer Besserung berichten. Bei anhaltenden Schüben oder Unsicherheit bei einem Baby bleibt der Arzt oder Hautarzt der richtige Ansprechpartner.
Häufige Fragen zum Leitungswasser an der Costa Blanca
Ist das Leitungswasser an der Costa Blanca sicher?
Ja: trinkbar und genau überwacht (Aguas de Alicante veröffentlicht seine Kontrollen), mit Chlor, Nitraten und Schwermetallen unter den Grenzwerten. Der ausgeprägte Geschmack kommt von der Wasserhärte und dem Chlor, nicht von einer Verunreinigung.
Woher kommt das Wasser, das man hier trinkt?
Größtenteils aus dem Taibilla-Kanal, ergänzt durch einen wachsenden Anteil entsalzten Meerwassers (Anlagen von Alicante und die Entsalzungsanlage von Torrevieja, eine der größten Europas), das vor der Ankunft am Wasserhahn remineralisiert wird.
Enthärtungsanlage, Filterkanne oder nichts?
Die Filterkanne löst vor allem die Geschmacksfrage. Enthärtungsanlage und Duschfilter wirken auf den Komfort (Haut, Kalk), ohne klinischen Nachweis einer Wirkung auf ein bereits bestehendes Ekzem. Bei atopischer Veranlagung zählen die richtigen Duschgewohnheiten mehr.
Quellen: Aguas de Alicante, Kontrolle der Wasserqualität; Mancomunidad de los Canales del Taibilla, Entsalzungsanlage Alicante II; wissenschaftliche Übersichtsarbeit und Metaanalyse zu Wasserhärte und atopischem Ekzem; Studie zu hartem Leitungswasser und Ekzem bei Erwachsenen (UK Biobank).
Angaben geprüft im Juli 2026. Dieser Artikel ist informativ und ersetzt keine medizinische Beratung: bei atopischer Haut oder Ekzem einen Arzt oder Hautarzt konsultieren. Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, anschließend von unserer Redaktion geprüft, gegengelesen und redaktionell verantwortet.
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