Der deutsche Blick: Kastilisch, Valencianisch und das Kauderwelsch, das man am Ende doch spricht
Man kommt an mit seinem Schulspanisch und der schönen Gewissheit: Das wird schon klappen. Und dann entdeckt man, dass es an der Costa Blanca nicht eine Sprache gibt, sondern zwei. Willkommen im großen Sprachbad.
Valencianisch, die Sprache von hier
Neben dem Kastilischen (dem Spanisch, das man kennt) gibt es das Valencianische, die zweite Amtssprache der Comunitat Valenciana. Und es ist präsent: auf Schildern, in Straßennamen (Carrer, Plaça), in der Schule, im Rathaus. Es ist kein Dialekt und kein Akzent, sondern eine eigenständige Sprache, verwandt mit dem Katalanischen. An der Costa Blanca schwankt seine Präsenz stark je nach Zone: sehr lebendig in der Marina Alta, rund um Dénia, Xàbia und Calpe, tritt es zugunsten des Kastilischen in Alicante und vor allem im Süden zurück, in der historisch kastilischsprachigen Vega Baja (Orihuela, Torrevieja). Wer dachte, nur sein Spanisch auffrischen zu müssen, ist zunächst überrascht, dann berührt: Auch das gehört zur Identität dieser Region.
Die falschen Freunde, diese liebenswerte Falle
Spanisch und Deutsch ähneln sich gerade so viel, dass sie einem Fallen stellen, meist über den Umweg des Englischen oder Lateinischen. Embarazada heißt nicht verlegen, sondern schwanger. Constipado bedeutet erkältet, nicht das, was man auf Deutsch darunter vermutet. Largo heißt lang, nicht groß. Man tappt einmal hinein, lacht darüber, und behält es für immer.
Das Kauderwelsch, das man sich zusammenbastelt
Bis man weiterkommt, improvisiert man. Man hängt ein spanisch klingendes -o an deutsche Wörter, ergänzt mit Händen und Lächeln. Elegant ist das nicht, aber es funktioniert: Die Verständigung läuft über Kontext, guten Willen und eine gegenseitige Geduld, die einem warm ums Herz wird.
Und eines Tages sitzt es von allein
Das Schönste ist, dass sich das Spanisch nach genug Bars, Behördengängen und geschwätzigen Nachbarn irgendwann von selbst einschleicht, ohne dass man es merkt. Eines Morgens sagt man ganz selbstverständlich vale, verabschiedet sich mit hasta luego beim Bäcker, und merkt: Man ist angekommen. Nicht zweisprachig, nein. Aber zu Hause.
Quelle: Acadèmia Valenciana de la Llengua.
Der deutsche Blick ist die Kolumne, in der wir Spanien mit deutschen Augen betrachten, mit Zuneigung und ohne uns selbst zu ernst zu nehmen. Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, anschließend von unserer Redaktion geprüft, gegengelesen und redaktionell verantwortet.
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