Der deutsche Blick: die Kinder überall, das Fest und der Lärm
Es gibt einen Moment, oft an einem ersten Sommerabend, in dem man als Deutscher begreift, dass man am falschen Ort ist, wenn man Ruhe sucht. In Spanien, und an der Costa Blanca ganz besonders, quillt das Leben aus den Häusern, dreht die Lautstärke auf und nimmt die Kinder mit. Das verwirrt zunächst, dann steckt es an.
Die Kinder gehen (fast) nie ins Bett
Um 23 Uhr, im Restaurant, ein Tisch für zehn: drei Generationen, und zwei Kleine, die zwischen den Stühlen spielen. Auf den Plätzen rennen Kinder noch lange nach der Uhrzeit, zu der sie in Deutschland längst im Bett wären. Hier versteckt man Kinder nicht: Sie gehören zum sozialen Leben, zum Essen, zur Nacht, die sich hinzieht. Die Gesellschaft ist generationenübergreifend, und das sieht man auch.
Die Liebe zum Pulver
Eine weitere Entdeckung: die Böller. Spanier lieben den Knall, und das nicht nur zu den großen Festen. Eine Hochzeit, ein Tor, ein Sonntag: es knallt. Der Deutsche zuckt zusammen, der Spanier lächelt zufrieden. In Deutschland ist das Zünden von Feuerwerk außerhalb von Silvester streng reguliert, hier ist es Alltagsvergnügen. Wenn dann die großen Feste mit ihren Explosionen am helllichten Tag kommen, wie die Mascletàs der Fogueres, begreift man: Lärm ist hier keine Belästigung, sondern eine Feier.
Das Stimmengewirr als Lebenszeichen
Bis spät volle Terrassen, Gespräche, die immer lauter werden, Musik, die aus einer Bar quillt: Stille ist hier keine besonders geschätzte Größe. Der deutsche Reflex des "Pssst" oder der Ruhezeit hat hier keine Entsprechung. Man braucht eine Weile, das zu akzeptieren, besonders wenn man über einem belebten Platz wohnt. Und dann merkt man, dass dieses Stimmengewirr einfach glückliche Menschen sind, die draußen und zusammen sein wollen.
Die Straße ist ein Wohnzimmer
Im Grunde läuft alles darauf hinaus: Hier ist die Straße die Verlängerung des Wohnzimmers. Man lebt dort, isst dort, zieht dort Kinder groß, wird dort alt. Der innere Ordnungssinn wird in den ersten Wochen vielleicht murren. Dann, eines Abends, eine caña in der Hand, Kinder, die auf dem Platz lachen, lässt man los. Und man ist ein bisschen zu Hause.
Der deutsche Blick ist die Kolumne, in der wir Spanien mit deutschen Augen betrachten, mit Zuneigung und ohne uns selbst zu ernst zu nehmen. Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, anschließend von unserer Redaktion geprüft, gegengelesen und redaktionell verantwortet.
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